10. Viennatour – Back in Town

10. Vienna Tour – 10.11.2019, 10 Ball

An einem der ersten kalten Wochenenden dieses Winters fanden sich im Köö-Multiplex mit nur 31 Spielern die wenigsten Teilnehmer dieses Jahres zur 10. Vienna Tour (10 Ball) ein. Die gleichzeitig stattfindenden Spezial GP´s (Senioren, Damen und Jugend) mögen dafür eine Begründung sein, aber natürlich auch die überlange Saison, aufgrund der Umstellung auf Kalenderjahr, trägt wohl zur vorhandenen Turniermüdigkeit etwas bei.

Hauptrunden / Siegerrunden:

Wie so oft bei Turnieren in Wien setzten sich in der ersten Runde so gut wie alle Favoriten durch. Allerdings kam es durch den kleineren Raster (32er Doppel K.O.) bereits in der ersten Runde zu einigen knappen und erwähnenswerten Matches. Die Klubkollegen von Pooldogs, Aris Sas und Markus Bräuer, trafen gleich aufeinander und gingen über die volle Distanz, 4:3 für Sas. Zwei weitere Top-Begegnungen, die ebenfalls mit 4:3 endeten, waren Miklos Greffer gegen Denver Amoyo und Georg Stettinger gegen Vincent Gomez. Somit musste nicht nur Bräuer, sondern auch Gomez und Amoyo bereits früh in den Hoffnungslauf.

Michael Mosler hatte als Top-Gesetzter das einzige Freilos, und ließ in den nächsten beiden Matches keine Fragen aufkommen warum dem so ist. Mit einem klaren 4:1 gegen Markus Zlabinger und einem 4:2 über Florian Selmanaj – der zuvor die Nr.8 des Turniers, Aleksandar Kvas in die Hoffnung manövrierte – konnte Mosler sich rasch fürs Viertelfinale qualifizieren.

Roman Pavitschitz (Nr.4 der Setzung) ließ von Beginn an nichts anbrennen und fertigte seinen Teamkollegen Roman Duschek und auch Dominik Witzemann (in Runde 2) beide mit 4:0 ab. Auch gegen Stettinger, der in Runde 2 noch die Nr. 5 des Turniers (Amir Maurer) knapp mit 4:3 besiegen konnte, hatte Pavitschitz keine allzu großen Probleme und sicherte sich mit einem 4:2 ebenfalls einen Platz im Viertelfinale.

In der unteren Rasterhälfte kam es bereits in Runde 2 zu kleinen Überraschungen. Christian Necimer hatte dem hervorragend aufspielenden Wiener Senior Siegfried Eder nicht viel entgegen zu setzen und verlor mit 2:4. Sas musste sein zweites Hill:Hill Match in Folge bestreiten, verlor dieses allerdings gegen Emil Becker, der sich daraufhin (mit einem 4:2 Sieg über Eder) den dritten Platz im Viertelfinale sichern konnte.

Greffer, anscheinend kaum geschwächt durch seinen knappen Erstrundenerfolg (der immerhin fast 90 Minuten in Anspruch nahm), legte nun richtig los, fertigte sowohl Walaa Allimouni als auch Sebastian Harding mit 4:0 ab (zusammen in weniger als 90 Minuten) und sicherte sich somit als Nr.2 des Turniers einen Viertelfinalplatz.

Hoffnungsrunden:

Dominik Witzemann, der schon früh durch Pavitschitz in die Hoffnungsrunde musste, fand zu seinem Spiel und konnte sich mit sehr deutlichen Siegen über Amoyo (4:1), Maurer (4:2) und auch Eder (4:0), seinen Platz im Viertelfinale sichern.

Markus Bräuer durfte nach seiner Erstrundenniederlage das Maximum an Matches absolvieren, um sich fürs Viertelfinale zu qualifizieren. Auf seinem langen und steinigen Weg auf der Verliererseite schickte er unter anderem Anton West (4:2), Kvas (4:2), Weidler (4:2), und auch Harding (4:0) zum Koffer packen.

Georg Stettinger, der aufgrund seines langen Auslandsaufenthalts so gut wie keine Ranglistenpunkte zu verbuchen hat, zeigte ja bereits in der Hauptrunde mit Siegen über Gomez und Maurer auf. Um sich bei seinem ersten Einzelturnier zurück in Wien nun seinen Platz im Viertelfinale zu sichern, besiegte er keinen geringeren als Aris Sas (4:2), welcher wiederum zuvor noch Christian Necimer bereits früh vom Turnier nach Hause verabschiedete.

Last but not least gelang auch noch Gomez ein kleiner Husarenritt quer durch den Hoffnungslauf. Mit Siegen über Gerhard Traxler (4:2), Rainer Maska (4:1), Roman Duschek (4:1) und auch Florian Selmanaj (4:0), sicherte er sich den letzten Viertelfinalplatz. Wie auch Eder zuvor, war Selmanaj ebenfalls nicht mehr in der Lage dagegen zu halten, doch die Leistungen von Eder und Selmanaj lassen auf eine positive Zukunft in der Wiener Billardszene hoffen.

Finalrunde:

1/4 Finale:

Momentane und ehemalige Top-Spieler Wiens (Nr.1), ein paar “alte Hasen“, die quasi immer unter den letzten 8 zu finden sind, Heimkehrer aus dem Ausland und zwei junge Gesichter, was wünscht man sich mehr unter den besten 8 Spielern eines Turniers.

Pavitschitz : Bräuer, schon des Öfteren in K.O. Phasen eines Turniers gesehen, ging diesmal klar und
deutlich mit 6:2 an den letzten verbliebenen Spieler des Heimvereins Top Shot Wien – Roman
Pavitschitz.

Georg “Heimkehrer“ Stettinger, bekam es mit Emil Becker, einem der neuen Gesichter in Wiener
Viertelfinalis zu tun. Die gesammelte Auslandserfahrung konnte Georg voll nutzen, und setzte sich
ebenfalls klar mit 6:2 durch.

Ein weiterer bereits “alter Hase“ unter Wiens Top-Akteuren (Miklos Greffer) musste gegen Dominik Witzemann zur Sache. Anfangs noch knapp, setzte sich auch hier schließlich die Erfahrung durch, und so konnte Greffer mit 6:3 in ein weiteres Halbfinale einziehen.

Das letzte Viertelfinale darf ich als kleines Schmankerl für Oldies bezeichnen. Die gegenwärtige Nr.1
in Wien musste gegen seinen Clubkollegen, jahrelangen Freund und ehemalige Nr.1 an die Platte.
Und um es gleich vorweg zu nehmen, oft kommt es anders als man denkt. Gomez konnte sich hier
deutlicher gegen Mosler durchsetzen als erwartet, und zog mit einem 6:2 ins Halbfinale ein.

1/2 Finale:

Unterschiedlicher können zwei Matches wohl kaum sein.

Pavitschitz, der im gesamten Turnierverlauf erst 4 Games abgeben musste, nutzte den Heimvorteil
weiter aus, spielte fast fehlerfreies Billard und gewann in kurzer Zeit klar mit 6:1 gegen Gomez.

Am Nebentisch entwickelte sich ein Drama zwischen zwei alten Bekannten, zwei Kämpfern und
Top-Akteuren Wiens, die niemals aufgeben. Greffer ging früh und hoch in Führung, doch Stettinger, der
immer schon für seinen unbändigen Siegeswillen und seine Ausdauer auch außerhalb der Grenzen Wiens bekannt war, kämpfte sich ins Match zurück, und konnte trotz eines 1:4 und eines 3:5 Rückstands das Match mit 6:5 für sich entscheiden.

Finale:

Die Final-Kontrahenten hatten einen recht unterschiedlichen Turniertag hinter sich. Auf der einen Seite Roman Pavitschitz mit Heimvorteil, den ganzen Tag nur 5 Games abgegeben, völlig ausgerastet und bereit den Titel nach Hause zu holen. Auf der anderen Seite Georg Stettinger, nach einem Tag mit drei Hill:Hill Siegen geistig und körperlich bereits gefordert und am Limit. Nicht wenige hätten daher auf Pavitschitz als Sieger getippt, zumal er bereits gegen Stettinger in den Vorrunden gewonnen hatte.

Die Partie war in der Anfangsphase heiß umkämpft, bis zum 3:3 war keiner der Spieler bereit nachzugeben. Danach zeigte Stettinger erneut sein berüchtigtes Stehvermögen und setzte sich bei seinem ersten Einzelturnier in dieser Saison knapp mit 6:4 durch.

Wir gratulieren Georg Stettinger zum Turniersieg. Welcome back in town !

Platzierungen:

Können dank der neue Tournament App HIER angezeigt werden. Zur Übersicht die ersten 13.Plätze:

Aleksandar Kvas, Turnierreferent Wpbv

Edit: Fabian Reithmeier, Pressereferent Wpbv