Vieles Neu – Auch das Siegergesicht!

5. Viennatour – 17.02.2019, 10 Ball

Am ersten, nach Frühling anmutenden, Sonntag dieses Jahres, fanden sich im KÖÖ – Multiplex  immerhin 43 Wiener Spieler zur 5.Vienna Tour (Disziplin 10 Ball) der langen Saison ein. Seit dieser Saison gibt es auch bei Vienna Tour Turnieren einige Änderungen. Nicht nur was den Ablauf des Turniers aufgrund der neuen Tournament App des ÖPBV betrifft, sondern auch in Bezug auf die seit heuer etwas gelockerten Bekleidungsvorschriften, aber mehr dazu noch später. Der technische Ablauf funktionierte einwandfrei, die neue App erwies sich abermals als hervorragendes Instrument um die Turniere sang- und klanglos durchführen zu können. Vollständiger Turnierraster kann HIER eingesehen werden.

Vorrunde:

In der ersten Runde kam es zu keinen nennenswerten Überraschungen, doch bereits ab der zweiten Hauptrunde, ab welcher die Gesetzten ins Geschehen eingriffen, gibt es wie so oft auch diesmal bereits Interessantes zu vermelden. Wiens Nummer 1, Michael Mosler verlor zum zweiten Mal in Folge sein Auftaktmatch bei einem Turnier, und musste nach einem “whitewash“ (0:4) durch Aleksandar Kvas bereits früh in den Hoffnungslauf. Das Aufeinandertreffen zweier ehemaliger Wiener Top-Spieler (Vincent Gomez und Dimitrios Berber) die nach mehr als einem Jahrzehnt wieder öfters ins Turniergeschehen eingreifen, ging so knapp wie nur möglich mit 4:3 an Gomez. Einer der neueren und noch jungen Akteure Wiens (Dominik Witzemann) startete mit zwei eindrucksvollen Siegen über Georg Schwab und Denver Amoyo ins Turnier, bevor er dann in Siegerrunde 3 allerdings seinen Meister in Gomez fand, und nach einem deutlichen 0:4 ebenfalls in den Hoffnungslauf musste. Hyun-Uk Shin, der bereits beim letzten Turnier mit einem Vizelandesmeistertitel auf sich aufmerksam machte, ließ auch diesmal kaum etwas anbrennen und begann stark mit Siegen über Zoran Vasiljkovic und Alexander Eidler. Ihm gleich tat es Marcus Bräuer, der in dieser Saison äußerst konstant immer unter den letzten 8 Spielern aufscheint. Mit Siegen über Sebastian Harding und Amir Maurer befand auch er sich bereits im Match um den Viertelfinaleinzug.

Gewinnerseite:

Im Spiel um den Einzug in die K.O. Phase konnte Gomez, der von Turnier zu Turnier wieder besser in Form zu kommen scheint, seinen Siegeszug fortsetzen und stoppte Kvas mit 4:2. Erich Gruber und Matthias Kiracti, die beide bis dahin souverän gespielt hatten lieferten sich eine Schlacht auf Messers Schneide, in der Gruber ein weiteres Mal eines der jungen aufstrebenden Talente in Wien mit 4:3 in die Schranken weisen konnte. Auch Miklos Greffer agierte den ganzen Tag über fast fehlerlos, setzte dies in diesem Aufstiegsspiel fort und gewann klar mit 4:0 gegen Shin. Den letzten direkten Platz im K.O. konnte sich ein weiterer Wiener Top Akteur sichern, Roman Pavitschitz musste all seine jahrelange Erfahrung ausschöpfen um Bräuer den Platz unter den letzten 8 zu verwehren (zumindest im Moment), und gewann denkbar knapp mit 4:3.

Vielspielerseite:

Schwab, der durch Witzemann bereits früh in die Hoffnung geschickt wurde, sah dies wohl als Chance sich “einspielen“ zu können, und begann einen langen Siegeszug durch die Verliererrunde. Anfangs noch in der Favoritenrolle mit Siegen über Mario Weidler und Martin Pietsch, dann kurzzeitig wohl als Außenseiter mit einem eindrucksvollen 4:1 gegen Eidler, und weiter mit einem Sieg über Markus Zlabinger. Gestoppt konnte Schwab erst um den Aufstieg ins Viertelfinale werden, und dort auch nur denkbar knapp mit 3:4 von niemand geringerem als Bräuer, der somit wieder sein Ticket für die letzten 8 lösen konnte. Amoyo, der ja auch bereits früh in den Hoffnungslauf musste war noch in der Lage Martin Reiter, Berber und Maurer auf die Heimreise zu schicken, bevor er dann in einer nervenaufreibenden Partie gegen Wiens Nummer 1 (Mosler) mit 3:4 selbst seine Sachen packen musste. So kam es hier im Aufstiegsspiel zu einer Wiederholung des letzten Finales in Wien, und abermals entbrannte ein heißes Gefecht in dem sich Mosler mit 4:3 gegen Shin behaupten konnte. Witzemann, der sich aufgrund seiner Niederlage gegen Gomez in der Verliererrunde wiederfand, schien jedoch nichts von seinem Elan der ersten beiden Runden eingebüßt zu haben, und mit Siegen über Harding und Emil Becker fand auch er sich im Spiel ums Viertelfinale wieder. Jedoch gegen keinen geringeren als Kiracti, der Zeit hatte, seine knappe Niederlage von zuvor zu verarbeiten und hier klar mit 4:1 als Sieger hervorging. Last but not least kam es noch zum Aufeinandertreffen zwischen Kvas und Vasiljkovic, welcher auf seinem Weg durch die Hoffnung unter anderem Mark Buquid und Markus Medlitsch aus dem Bewerb nehmen konnte. Kvas schien nach seiner Niederlage gegen Gomez und der Dreifachbelastung (Spieler, Jungpapa, Turnierleiter) etwas die Puste auszugehen, denn er konnte Vasiljkovic nichts entgegensetzen und musste mit 0:4 die Segel streichen.

Finalrunde:

1/4 Finale:

Die eindeutig schnellste Partie im Viertelfinal lieferten sich Gruber und Kiracti, in einer Neuauflage des Aufstiegsspiels. Doch dieses Mal halfen auch 26 Jahre Billarderfahrung Gruber nicht weiter, denn Kiracti nutze seine Chancen gnadenlos aus, gewann in ca. 30 Minuten mit 6:0 und gab somit Gruber die Chance sich mit Kvas weiter um die Turnierleitung kümmern zu können. Im Gegensatz zu Gruber konnte Greffer all seine Routine hervorragend in sein Spiel ummünzen, ließ Bräuer kaum gute Möglichkeiten und gewann klar mit 6:2, doch werden wir Bräuer wohl auch in Zukunft wieder unter den letzten 8 begrüßen dürfen. Mosler, der quasi zwei Turniere in Folge immer mit dem Rücken zur Wand spielen musste, schien schlussendlich auch einmal die Puste und das Quäntchen Glück auszugehen, denn an diesem Tag fand er in seinem ÖM Kollegen Pavitschitz seinen Meister und verlor mit 3:6. Das letzte Viertelfinale zwischen zwei “Altmeistern“ entwickelte sich zu einem Krimi. Gomez der anfangs durch unerzwungene Fehler, die Vasiljkovic beinhart ausnutze, bereits mit 3 Games zurück lag, kämpfte sich ins Match zurück und es kam zum unvermeidbaren Hill:Hill. All dies endete mit einem Foul, und Vasiljkovic zog mit einem 6:5 erneut ins Halbfinale ein.

1/2 Finale:

Die beiden Halbfinale verliefen klarer als erwartet, wohl auch begünstigt durch den ein oder anderen richtigen Lauf der Bälle, der in beiden Matches wohl durchgehend nur zwei der Spieler begünstigen sollte, und beide nutzten diesen “Lauf“ voll aus. Kiracti, strotzend vor Selbstvertrauen, setzte sich mit 6:3 gegen Vasiljkovic durch, der erneut einen Stockerlplatz erringen konnte. Greffer, der seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Pavitschitz komplett die Möglichkeit verwehrte auch nur irgendwie in dieses Match zu kommen, gewann klar mit 6:1, und so kam es zu einem erneuten Finale zwischen Greffer und Kiracti.

Finale:

Dieses Mal schien Kiracti in der Lage zu sein, seine Nerven besser zu kontrollieren, seinen Fokus nur auf dieses eine Match zu legen und trotz seiner jungen Jahre, seine Erfahrung aus seinem letzten Finale ins Positive umwandeln zu können. Von Beginn weg war er am Drücker und dominierte, doch in seiner unnachahmlichen Art kämpfte sich Greffer heran, gab nie auf und konnte den Druck auf Kiracti erhöhen. Und als es schon so aussah, als würden wir Zeuge eines erneuten Hill:Hill werden, rutschte (kickste) Greffer ab und Kiracti konnte mit 6:4 sein erstes Turnier gewinnen. Gratulation den beiden Top-Akteuren, Matthias Kiracti zu seinem ersten von wahrscheinlich noch vielen Turniersiegen, und Miklos Greffer zu seinem erneuten Finaleinzug.

Anmerkungen der Turnierleitung:

Nicht alles Neue glänzt, nur weil es Neu ist. So toll die neue Tournament App funktioniert ist ein dauerhafter (nicht spielender) Turnierleiter fast notwendig um alles perfekt am Laufen zu halten. Etwas mehr “Automatisierung“ wäre hier wohl in Zukunft noch ein toller Fortschritt. Auch stellt sich die Frage ob die neuen gelockerten Bekleidungsvorschriften des ÖPBV so wirklich durchdacht waren? Einfarbige (jegliche Farbe) statt schwarzer Hosen, überwiegend einfarbige Schuhe (jeglicher Farbe) und ähnliche Erleichterungen….? Nun ja, hier muss sich unser Verband wohl überlegen ob man wirklich 4-farbige oder 5-farbige Sneakers bei Turnieren sehen will. Die Turnierleitung bei diesem Turnier konnte/wollte darüber nicht hinwegsehen. Und ja, wie immer ist es eine Herausforderung Spielern zu erklären, dass Polos außerhalb der Hose getragen einen sportlichen Vorteil bringen, da die Bewegungsfreiheit weniger eingeschränkt ist, und solange unser Reglement diesen Vorteil verbietet, sollten auch ALLE sich daran halten.

Platzierungen:

Können dank der neue Tournament App HIER angezeigt werden. Zur Übersicht die ersten 13.Plätze:

Erich Gruber, Präsident Top Shot Wien

Edit: Fabian Reithmeier, Pressereferent Wpbv

The Lizard Pool Club

KÖÖ Mariahilferstraße 122, 1070 Wien